Wie einfach schreiben einfach wird.

Oder: „Wenn Du denkst, Du denkst, dann denkst Du nur, Du denkst.“ (Juliane Werding)

Es gibt diesen absolut richtigen Zeitpunkt oder Moment. Die alten Griechen hatten dafür ein Wort: „kairos“ hieß das. Da ist man an einem Punkt angelangt, da passt einfach alles: der Ort, die Zeit, die Motivation, die Inspiration. Ja, so ein „kairos“, das hätte man gern pünktlich zum Arbeiten, für ein schwierige Besprechung, für die Einschulung der Kinder oder für pure Entspannung.

Ich verrate Dir mal ein Geheimnis, das aber die alten Griechen meiner Meinung nach schon kannten (muss wohl irgendwie verloren gegangen sein): Diesen Zeitpunkt gibt es nicht. Jedenfalls nicht so losgelöst. Und bevor Du fragst: „Wieso sollte ich jetzt noch weiterlesen?!“, kann ich Dich beruhigen: Man kann ihn sich schaffen. Denn wie so oft im Leben ist es auch hier so, dass Du dafür was tun musst.

Die Griechen übten, übten, übten. Aus der Praxis nämlich erwuchs dieser Moment. Und dann kommt er von selbst. Ist einfach da. Ungeplant, Unerwartet. Hört sich lapidar an, aber es ist so. Es gibt ein schönes Sprichwort,: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Das hört sich einfach an. Stell’ Dir vor, Du stehst an einer Klippe und bist im Begriff, ins Meer zu springen. Alles sicher, alles tief genug. Rettungsschwimmer stehen bereit. Wenn Du es tust: Hammer! Und gehst Du wieder zurück, hast Du zumindest mal runtergeschaut. Und schaffst morgen vielleicht einen kleinen Schritt weiter. Aber eben: Solange Du es nicht tust, wirst Du’s nicht erleben.

Und solange Du nicht anfängst zu schreiben, wirst Du den richtigen Moment dafür nicht erleben. Es ist wie beim Sprechen vor Publikum: Ohne Übung bleibst Du unsicher. Aufregung hin oder her, das ist vielleicht auch Typsache, aber die Versiertheit, die Erfahrung, die bekommst Du nur beim Machen. Dass dabei viel in die Hose geht, viel Arbeit und Schweiß mit dabei ist, das ist nun mal Bestandteil des Deals. Dafür gibt es wahllos eingestreut diese besonderen Momente. Außerirdisch gute Momente. Dafür lohnt sich das alles.

Heutzutage haben wir eine Kulturbewegung der „Macher“. Die nehmen ihr Schicksal selbst in die Hand – von DIY bis hin zu Start-ups, von Brauereien bis hin zu temporären Tattoos. Am Puls der Zeit ist, wer sich traut, das zu machen, was er haben oder machen will. Oder was er schreiben will. Und je öfter man es tut, desto einfacher wird es. Eigentlich einfach. Denk’ mal drüber nach.