Feedback ist eine Kunst.

Oder: Das ist mein Tanzbereich. Das ist Dein Tanzbereich.

Da haben wir sie wieder – die Kunst. Diesmal geht es aber nicht um ein rotes Viereck auf weißem Grund, sondern es geht um die Kunst nach der Kunst. Sozusagen. Denn alles will bewertet sein. Und auch das ist eben eine Kunst.

Ich habe keine Ahnung von echter Kunst-Bewertung. Im Sinne von kunsthistorisch, grafisch, gestalterisch – da kann ich nur sagen, wie ich es als Betrachter empfinde. Aber auch das ist natürlich ein Feedback. In diesem Text hier geht es mir allerdings mehr um die Rückmeldung über erfüllte Aufgaben, also zum Beispiel einen Text, ein Konzept, eine Idee.

Bedacht, auf den Punkt gebracht und ohne Rücksicht auf Verluste – so sieht für mich ein perfektes Feedback aus. Natürlich ist man als Texter ein Stück weit „verliebt“ in seine Arbeit – sie ist unantastbar. Bei allem hat man sich (meist) etwas gedacht. Und dann kommt da so jemand her und sagt was drüber. Will was geändert haben. Unverschämtheit!

Unverschämtheit? Nein: Gut so! Nur so kann sich eine Idee weiterentwickeln, kann ein Text wachsen, kann ein Konzept zum wirklich passenden werden. Das Argument, dass schließlich der Kunde zahlt, ist zwar ein profanes, aber trotzdem berechtigt und wirksam – denn es ist ja eine Auftragsarbeit. Und die darf man sich bis zu einem gewissen Punkt zu Eigen machen. Aber beim Feedback hört das dann eben auf. Jeder bis zu seiner Grenze macht das, was er am besten kann. Ich freue mich, wenn man das auch als Chance zum Dialog sieht, um Unklarheiten und Unsicherheiten gleich aus dem Weg zu räumen.

Und selbst wenn es keine Auftragsarbeit ist: Ideen, Konzepte, Texte sollen ja erfahren werden. Also gehört die Meinung des Erfahrenden nun mal dazu. Sie bildet einen guten Gegenpol zum „Glashaus“, in das man sich gern setzen möchte: „Seht her – das habe ich gemacht. Wehe, jemand sagt was und zerstört damit mein zerbrechliches Gebilde!“ Aber so verpasst man vielleicht aus Angst vor negativer Resonanz die ganzen positiven Rückmeldungen. Und man selbst ist ja meist auch nicht ausgenommen. Du verarbeitest das Dir gegebene Feedback ja auch wieder auf Deine erfahrende Art: Du beziehst ein, lässt aus, fügst hinzu. Daraus entsteht dann wieder etwas Neues.

Also: Her mit dem Feedback und auf in die nächste Runde!