Die Beschaffenheit der Zeit

oder: Was Texte und Tiefkühlpizza gemeinsam haben.

Schreiben kann ja jeder. Stimmt. Und es sollte auch jeder von Zeit zu Zeit tun! Nicht nur E-Mails oder eine Postkarte aus dem Urlaub (oder gar nur einen Post aus dem Urlaub) – nein, einen durchdachten Text. Das macht mir nämlich meine Arbeit leichter. Oder besser gesagt verkürzt es meine Argumentation, warum man einen Texter braucht. Denn man merkt ganz schnell: „Oh, abgeschweift.“, „Uups, was wollte ich eigentlich sagen?“, „Mist, wie sag‘ ich das, was ich eigentlich sagen will?“

All diese Fragen tauchen auch bei mir als ausgebildeter Texter auf, der sein tägliches Brot mit texten und Texten verdient. Allerdings verhelfen diese Fragen ihm zu einem strukturierteren Text, bringen ihn wieder „on track“ oder lassen ihn seine Aussagen überprüfen. Das dauert seine Zeit, denn das Formulieren von stringenten Gedankengängen macht am Ende einen längeren Text aus. Deshalb ist es wichtig, sich diese Zeit zu nehmen.

Es ist wie mit einer Tiefkühlpizza. Eigentlich ist sie ja fertig – wie unsere Vorstellung eines Textes. Aber es dauert trotzdem einfach die Zeit, den Ofen vorzuheizen und sie zu backen. Diese Zeit ist durch nichts auf der Welt abzukürzen.

Wie gern würde man da mit knurrendem Magen den Fluggskompensator erfinden*. Geht nur nicht. Aber für Texte, da gibt es die Vorform des Fluggskompensators: den Texter. Er nimmt sich die Zeit dafür, verkürzt die Erstellungszeit eines Werbetextes auf professionelle Zeiten, die er so effektiv nutzt, dass er am Ende zu einem knusprigen äh… aussagekräftigen Ergebnis kommt.

Guten Appetit!

*Oder hatten wir das nicht gestern schon?!