Bis hierhin und nicht weiter.

Oder: Wo Grenzen Freiheit bringen können. 

Heute ist mein Thema: das Thema. Diesmal hatte ich nämlich länger überlegt, über was ich denn diese Woche schreiben will. Und es ist ja gar nicht so einfach. Zwar ist das Schreiben an sich ja ein gutes Thema. Aber eben auch ein weites Feld.

Auf solchen weiten Feldern ist das Arbeiten schwierig. Wo fange ich an? Wo mache ich weiter? Bin ich hier richtig? Interessiert das überhaupt jemanden? Solche Fragen behindern nicht nur den Prozess – in diesem Falle eben das Schreiben und sie machen ihn unnötig schwer.

Aber dieses „Wo mache ich weiter?“ – ich finde, das bringt einen schon weiter. Gerade, wenn es keinen vorgegebenen Weg gibt, wenn das Ziel noch im Ungewissen liegt. Da kannst Du Dich von einem zum nächsten hangeln – Du machst Dir selbst Deinen Weg. Vielleicht sollte man manche Themen nicht als Felder, sondern Wege ansehen, die beschritten werden müssen, um eine Richtung zu finden. Um zum Ziel zu kommen. Und dann ergibt sich daraus ein Thema. Ein Feld, das genau die richtige Größe hat für Deine Absichten.

Woran liegt das wohl, dass man eigentlich lieber frei sein möchte? Und ist man frei, sehnt man sich nach Grenzen. Nach einem Ritual oder einer Routine, die so vieles leichter machen. Weil links und rechts kein Platz ist. Oder sein darf. Und somit sich ein Weg ergibt oder ein abgestecktes Gebiet, das man überblicken kann. Und darin kann ich mich sicher fühlen und entfalten.

Berüchtigte Grenzen sind die, die Eltern ihren Kindern setzen. Damit sie sie einhalten, überschreiten, sich daran festhalten oder sie als unnötig ansehen können. Ich will hier gar nicht werten. Denn ich sage es gern noch einmal: Ohne Grenzen ist so viel gar nicht möglich, weil es einfach in der Luft hängen würde. Oder es völlig zusammenhanglos dastünde. Und was ist dann schon eine Tat, ein Gedanke, ein Text – der einfach nur so dasteht? Ohne etwas anzustoßen. Oder auch mal zu überschreiten. Aber was brauche ich dafür? Eine Grenze eben.